Feedback zur Aufgabe 18 / Feedback concerning task no. 18

  • Noch ein paar Bemerkungen: Warum müssen alle Aufgaben (richtig) gelöst werden? Wichtig ist doch, dass man sich mit den Aufgaben beschäftigt und vielleicht sogar davon träumt und etwas dazu gelernt hat oder neugierig geworden ist.

    Vielleicht steht dein Post ja nur zufällig unter meinem, aber wenn du mich meinst:

    Es müssen natürlich nicht alle Aufgaben gelöst werden. Aber das Glücksgefühl, etwas verstanden zu haben, gibt's halt nur dann. Ja es geht um das Verständnis, aber wenn ichs kapiert hab, kann ichs auch lösen.

  • Schüler der Abiturjahrgangsstufen? Solche Themen gibt es nicht im regulären Unterricht.

    Ja, unsere Zielgruppe sind erster Linie Schüler*innen ab der 10. Klasse. Unser Ziel es dabei gerade Themen und Aufgaben zu finden, die es nicht im regulären Unterricht gibt, denn für solche Themen und Aufgaben gibt es eben den regulären Schulunterricht.


    Es ist meistens recht kniffelig, die Projekte von Mathematiker*innen an die Schüler*innen zu bringen, da diese meist sehr komplex sind und viel mathematisches Vorwissen benötigen. Daher erreichen wir dieses Ziel mal mehr mal weniger gut.


    Mir war vorher wieder bewusst, dass diese Aufgabe polarisieren wird und ich bin froh, dass ich recht behalten habe und es doch einige postive Rückmeldungen gibt.

  • So schlimm ist die Aufgabe jetzt wirklich nicht. Den Text durchzugehen dauert vielleicht 30 Minuten inklusive nachlesen, und die Aufgabe lässt sich durch die Beispiele auch gut verstehen, ohne sich wirklich mit den formalen Definitionen auseinandersetzen zu müssen. Hab ich zumindest so gemacht und nur nach der Lösung nochmal gegengeprüft, dass ich das auch wirklich richtig verwendet hab. Und wenn man die Aufgabenstellung hat, ist die Lösung heute wirklich nicht besonders aufwändig zu ermitteln.


    Und als Schüler fand ich es auch immer toll, dass es hier oft um Sachen geht, die in der Schule nicht durchgenommen werden - dass man auch mal den kreativen Aspekten der Mathematik ausgesetzt ist und nicht alles wie in der Schule nach Schema A lösen kann.

  • Zitat

    Den Text durchzugehen dauert vielleicht 30 Minuten,

    Ja, und das war der erste Grusel. Nach 3x Lesen (ok, nicht jedesmal 30 Min) war aber klar was Regeln und Empfehlungen und Muster und Primmuster sind, danach waren es dann noch ca 3 Stunden Programmieren, bis alle Teilfunktionen entknotet waren. Ich hätte vielleicht doch nicht JavaScript nehmen sollen :D

    Jedenfalls hat der Bursche längere Zeit unplausible Werte ausgespuckt, und am Ende, kurz vor Mitternacht, was plausibles. Hm. Glaub ich das jetzt?:/

  • Also, mir gefiel die Aufgabe heute ausgezeichnet, denn es gehört m.E. zur Mathematik dazu, sich auch einmal mühsam durch längere Texte zu "quälen" und diese dann zu erfassen. Bei dem Text heute war es noch nicht einmal besonders schlimm. Und sobald man alles begriffen hatte, war es eigentlich ein Kinderspiel zu überprüfen, welche Regeln Muster sind und welche Primmuster.

    Da ich mich aber kenne und weiß, dass ich mich bei solchen Aktivitäten gerne mal verzähle, hab ich heute zum ersten Mal den Rechner die Drecksarbeit machen lassen und hoffe, dass ich wenigstens beim Coden keinen Fehler gemacht habe.

    Nun ja ich habe da eine etwas andere Auffassung von Mathematik. Für mich steht der Spaß sich einer Aufgabe zu stellen und Variantenreichtum im Vordergrund. Eine neue Lösungsstrategie zu entwickeln, die zum Teil auf alten Lösungsstrategien und Analogieschlüssen gründet und dazu einen Schuss "Intuition".

    Ich will es mal so formulieren:

    Aufgaben sollten im Prinzip so wie das Schachspiel sein: Man hat nur ein paar wenige Regeln (wie man Figuren zieht etc.) zu lernen (sich zu merken) und dann gibt es nahezu unendlich viele Möglichkeiten das Spiel zu spielen (Fragen zu stellen, Aufgaben zu lösen).

    Oder denken wir an Einsteins spezielle Relativitätstheorie: 2 Axiome (c im Vakuum ist konstant und das Relativitätsprinzip) und daraus kann man eine Menge an Zusammenhängen herleiten (Massenzunahme, Zeitdilatation usw.)

    Mein Mathestudium ist zwar schon eine Weile her (vielleicht ist das heute anders), aber ich musste mich eigentlich nie zuerst mit 8 Definitionen (wie in der Aufgabe heute) vertraut machen, um eine Aufgabe lösen zu können.

    Üblicherweise standen am Anfang zwei oder drei Definitionen und dann folgten die ersten Schlussfolgerungen (Sätze), die man beweisen musste, dann schlossen sich oft Anwendungen (Aufgaben) an. Dann gab es erneut zwei drei Definitionen usw.

    D.h. es ist erheblich praktikabler die ersten Definitionen durch mathematisches Tun zu verfestigen (dass sie im Gedächtnis verankert sind) und dann neue Definitionen (Vokabeln) hinzuzufügen und dann diese erneut zu verfestigen. :)

  • Ich fand die Aufgabe so schlecht nicht - wenn man die richtige Idee hat und nicht den Verwirrungen im 6 seitigen Text folgt (inkl der Empfehlung), sondern sich direkt klar macht, was für ein Primmuster vom Grad 3 gelten muss, geht das fix und ist im Endeffekt echt "nice".
    Kritik meinerseits: Diese Aufgabe muss man nicht an einem Wochentag stellen - ich selbst kam erst nach 23 Uhr nach Hause. Da ist die Freude groß bei so einem "übersichtlichen" Aufgabentext. Wahrscheinlich wollten die Aufgabensteller absichtlich für Verwirrung sorgen, sprich testen, wie gut man relevante Information filtern kann. Das muss finde ich aber bei Mathekalender nicht sein, bedenkt man den Zeitaspekt und die Aufgabenfülle im Dezember.

  • Nachtrag: Schön an dieser Aufgabe fande ich den Praxisbezug: Modellpoolgenierung mittels Primmuster in der Medizin/Bio. Wieder etwas dazu gelernt. Finde es toll wenn Projektgruppen des Matheons ihr Schaffen in einer vereinfachten Aufgabe deutlich machen!! Wie schon geschrieben, den Text hätte man auf ein Drittel reduzieren können, gewisse Definitionen komplett weglassen können, dann hätten weniger Personen von der Bauchwehaufgabe Bauchweh bekommen...

  • Ich kam erst heute dazu, mich mit der Aufgabe zu beschäftigen - hätte Sie aber auch beinahe wieder zur Seite gelegt, weil ich einige mathematischen Schreibweisen schlicht nicht verstanden habe (und demnach auch nicht meiner Tochter - Klasse 10 - erklären konnte...).

    Nach 3x Lesen wusste ich dann so ungefähr, was gesucht ist. Und wenn man wie wir nur mit Zettel und Bleistift arbeitet, kann es recht langwierig sein, sämtliche Plätzchenregeln vom Grad 2 zu ermitteln - so wie in dem Tipp vorgeschlagen.

    Glücklicherweise fand ich dann einen anderen Ansatz, mit dem man auch ohne Rechner innerhalb von 5-10 min zum Ziel kommen kann. 8o


    Fazit:

    Die Hintergrundgeschichte war gut. Die Formeln haben meiner Ansicht nach eher verwirrt (die anderen Aufgaben kommen auch ohne komplizierte Formeln aus). Die Beispiele wiederum waren an dieser Stelle hilfreich. :thumbup:

    Aber am Ende freut man sich dann doch, eine richtige (?) Lösung gefunden zu haben... :thumbsup:


    Meine Bitte an zukünftige Aufgabensteller:

    Verständliche Beschreibung des Sachverhalts aber bitte ohne Formeln, die unsereins als Nicht-Mathematiker nicht verstehen. Diese können gern unter der Aufgabe als Projektbezug erläutert werden.

  • Ach, habe ich mich damit schwergetan - obwohl es eine schöne und vor allem Praxisrelevante Aufgabe ist.

    Jedenfalls hatte ich schnell eine Vorstellung davon, worum es geht (ohne den mathematischen Text mit den formellen Definitionen allzusehr zu beachten).

    Ein Ergebnis hat sich auch schnell eingestellt, das jedoch nicht bei den Lösungsalternativen vorkam.

    Was tun? Ligenlassen, darüber schlafen (und ja, das Problem war nachts im dunkeln präsent), alles richtig gemacht und doch klappt es nicht.


    Heute bin ich dann über diesen Satz gestolpert: "Eine Plätzchenregel t heißt Muster von unserer Aufzeichnung, wenn t mindestens einen der beobachteten Plätzchenteller überdeckt, die zu Bauchweh geführt haben, und keinen der Teller überdeckt, die nicht zu Bauchweh geführt haben."


    Bedeutet das, dass der Weihnachtsmann gar nicht wissen will was ihm gut tut, sondern nur was schlecht für ihn ist und was er zu vermeiden hat?

    Bislang habe ich beide Arten von Mustern und Primmustern betrachtet.

    Seltsam, ... Jedenfalls zeigten mir mit dieser Einschränkung dann meine alten Notizen ein Ergebnis, das bei den Lösungen vorkommt.

    Also deklariere ich jetzt diese Aufgabe as beendet... und knabbere ein paar der zurückgetauchten Plätzchen aus Aufgabe 22, die der Weihnachtsmann nicht mehr geschafft hat zu essen.

    --
    Frank


    Seit man begonnen hat, die einfachsten Behauptungen zu beweisen, erwiesen sich viele von ihnen als falsch. (Bertrand Russell)